Mythos entkräftet


Entnahme einer Speichelprobe zur Messung des Cortisol-Levels bei einem Delfin im Loro Parque Foto: Loro Parque

Studie widerlegt Kritik: Delfine in Menschenobhut leiden nicht unter Stress

Teneriffa – Die Stiftung Loro Parque Fundación hat im Rahmen ihrer Forschungsarbeit neue Ergebnisse vorgestellt.

Beim 45. internationalen Symposium der Europäischen Vereinigung der Meeressäugetiere (European Association for Aquatic Mammals, EAAM) in Genua wurde das Resultat einer Studie präsentiert, in der untersucht wurde, inwieweit bei Delfinen in Delfinarien Stress nachgewiesen werden kann. Dazu wurden bei insgesamt 59 Delfinen in neun Zoos in Europa, darunter auch der Loro Parque, Messungen des Stresshormons Cortisol vorgenommen.

Die insgesamt 618 Speichelproben von Delfinen ergaben, dass die Meeressäuger in Menschenobhut einen ähnlichen bzw. teilweise sogar niedrigeren Cortisol-Pegel aufweisen als ihre Artgenossen in der Natur. Laut der Studie lag der Cortisol-Pegel der Delfine in Delfinarien bei zwischen 0 (nicht messbar) und 0,373 Nanogramm pro Milliliter [ng/ml]. Bei Delfinen in der Bucht von Sarasota in Florida wurden Werte zwischen 0,091 und 0,421 ng/ml gemessen.

In einer Mitteilung des Loro Parque wird darauf hingewiesen, dass diese Studie mit dem Mythos aufräumt, Delfine würden in Menschenobhut unter akutem Stress leiden. Eine einfache Speichelprobe habe dies widerlegt. Unter den über 600 genommenen Proben  lagen nur bei 7,12% die Cortisol-Werte über dem in der Studie festgelegten Maximalwert, was laut Loro Parque belegt, dass die Behauptung, Delfine würden in Zoos leiden, keine wissenschaftliche Basis hat.

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