Schutzkampagne für Pardelas angelaufen


Die Jungvögel unternehmen jetzt ihre ersten Flugversuche

Fuerteventura – Das Umweltamt von Fuerteventura hat die diesjährige Kampagne zum Schutz der Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea borealis) – auf Spanisch Pardela Cenicienta – gestartet. Die Küste der Insel ist ein bedeutendes Nistgebiet dieser geschützten Art, deren Jungvögel jetzt die ersten Flugversuche unternehmen. Mit dem Vollmond am 5. Oktober haben die Jungen begonnen, die Nester zu verlassen. Doch oftmals werden die ersten Flugversuche durch die Lichtverschmutzung auf der Insel behindert, die Vögel werden geblendet, verlieren die Orientierung und stürzen ab.

In Zusammenarbeit mit den Gemeinden und der Polizei sollen verunglückte Jungvögel geborgen werden, um ihr Überleben zu sichern. Auch die Bevölkerung ist zur aktiven Mithilfe aufgerufen, wenn sie einem verunglückten Tier begegnet.

Pardelas bleiben nach einem Unfall reglos am Boden sitzen. Falls sie befördert werden müssen, sollte man sie behutsam in einen mit Löchern versehenen Karton setzen und den Notruf 112 wählen oder das Umweltamt des Cabildos informieren (Tel. 928 852 106 bzw. 626 98 23 71).

Der Gelbschnabel-Sturmtaucher ist eine auf den Inseln seit Jahren geschützte Zugvogelart. Besonders häufig kommen diese Vögel auf Fuerteventura, Lanzarote und dem Chinijo-Archipel vor.

Pardelas brüten einmal pro Jahr, und jedes Paar legt nur ein einziges Ei in eine Nisthöhle an den Klippen oder direkt auf die Felsen. Wenn das Junge im Sommer schlüpft, wird es eine lange Zeit – bis zu 90 Tage – im Nest von den Eltern versorgt, bis es flügge ist. Wenn die Pardelas bei Nacht zu ihren Nistplätzen fliegen, sind sie an ihrem Geschnatter zu erkennen, das wie das Weinen eines Kindes klingt.

Im Oktober verlassen die Jungvögel dann die Nistplätze und wagen sich aufs Meer hinaus.

Der Gelbschnabel-Sturmtaucher steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion.




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