Rover-Test auf Teneriffa


Foto: gmv

GMV prüft neue Entwicklung der Weltraumrobotik im Teide Nationalpark

Teneriffa – Die Vulkanlandschaft am Fuße des Teide ist erneut für Tests im Bereich der Weltraumrobotik genutzt worden. Vom 2. bis 16. Oktober war ein Team des spanischen Unternehmens Grupo Tecnológico e Industrial GMV S.A., kurz GMV, im Teide-Gebiet unterwegs, um den neuesten Weltraumroboter im Gelände zu testen.

Die mondähnliche Landschaft des Gebiets Minas de San José auf über 2.000 Metern erweist sich nicht zum ersten Mal als idealer Ort für die Testeinsätze von Rovern. 2012 waren Wissenschaftler im Rahmen des PRoViScout-Projektes ebenfalls am Teide mit verschiedenen Prototypen zu Gast.

Im Rahmen des neuen Weltraum-Robotikprojektes LUCID (Lunar Scenario Concept Validation and Demonstration) kam das GMV-Team bereits im Juni 2017 zu einer ersten Testphase des im Auftrag der Europäischen Raumfahrtagentur ESA entwickelten Rovers auf die Insel. Der Rover wurde in dieser Phase vor allem auf seine Fähigkeiten beim Einsatz im Dunkeln getestet, da er für die Erforschung der Krater an den Polen des Mondes eingesetzt werden soll, die nie vom Sonnenlicht getroffen werden, und wo Wissenschaftler Spuren von Wasser vermuten.

Die im Oktober durchgeführten Tests sind die letzte Phase der Prüfung des Gefährts, das für den Einsatz auf dem Mond oder auch auf dem Mars ausgerüstet ist. Getestet wurden unter anderem Sensoren, das Navigationssystem, die Fortbewegung des Geräts und die Kameras, sowohl bei Tag als auch nach Einbruch der Dunkelheit.

„Durch diese Tests haben wir wertvolle Information über die konkrete Nützlichkeit jeder einzelnen der eingesetzten Techniken gewonnen und geprüft, wie der Rover je nach Beschaffenheit des Geländes gesteuert werden kann. Wir haben in dieser zweiten Testphase längere Distanzen und kompliziertere Manöver durchgeführt“, erklärte Fernando Gandía, Projektleiter von LUCID.

Steckbrief des Rover

Das weltraumtaugliche Gefährt wiegt circa 150 kg und kann 0,1 m/s zurücklegen. Die Energie für die Fortbewegung kommt von zwei Lithiumbatterien mit je 50 Ah und einer Laufzeit von etwa drei Stunden. Mit Solarzellen ist der Rover nicht ausgestattet, da er vorwiegend in dunklen Gebieten eingesetzt werden wird. Die Datenübertragung vom Rover an das Kontrollzentrum erfolgt über Funkfrequenz.

Mondmissionen

Die Ergebnisse der Tests werden der ESA für den Wettlauf um die technische Vorherrschaft im All zur Verfügung stehen.

In den letzten Jahren haben alle Raumfahrtagenturen und im Speziellen die NASA und die ESA unbemannte Sonden ins All geschickt, die um den Mond kreisen und nach Mineralien oder anderen chemischen Zusammensetzungen suchen sollen. Diese Weltraummissionen haben ergeben, dass es sehr wahrscheinlich in den Kratern der Mondpole, die ständig im Dunkeln liegen, gefrorenes Wasser gibt. Mit Rovern wie dem des Projektes LUCID erhoffen sich die Weltraumforscher, diese Krater des Mondes erreichen zu können.




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