Wandertour ins Miozän


© CABILDO LANZAROTE

Lehr-Exkursion zu den Fundstätten versteinerter Straußeneier

Funde versteinerter Eier einer urzeitlichen Straußenart, die im Spät-Miozän, vor fünf bis sechs Millionen Jahren, auf der Insel Lanzarote gelebt hat, geben der Forschung bis heute Rätsel auf.

Schon im Jahr 1953 wurden dort zum ersten Mal einige fossile Rieseneier entdeckt, und seit 2010 gräbt und forscht eine Gruppe von Archäologen und Paläontologen unter der Leitung des Forschers Antonio Sánchez vom Katalanischen Institut für Paläontologie in Barcelona an den Ausgrabungsstätten in Órzola-Famara im Norden Lanzarotes.

Die Existenz von flugunfähigen Vögeln auf einer Insel, die sich nicht von einer großen Landmasse abgetrennt sondern sich durch Vulkanismus vom Meeresboden aus erhoben hat, ist ein weltweit einzigartiges Phänomen. Die Wissenschaft hat bisher keine Erklärung dafür liefern können, wie eine Laufvogelart, deren Vorfahren ihre Flugfähigkeit schon vor 90 Millionen Jahren verloren haben, eine Insel besiedeln konnte, die nicht älter als 20 Millionen Jahre ist.

Um dem großen Interesse, das die Allgemeinheit den Funden entgegenbringt, gerecht zu werden, hat die Inselregierung im August eine Vortragsreihe und eine kommentierte Wanderung zu den Grabungsstätten organisiert. Über siebzig Teilnehmer nutzten die Chance, den Paläontologen bei der Arbeit über die Schulter zu sehen und sich aus erster Hand die Funde und die wissenschaftliche Vorgehensweise zeigen und erläutern zu lassen.

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