Google Maps besucht La Graciosa


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Unterwegs in Caleta del Sebo

Da staunten die Einwohner von Caleta del Sebo nicht schlecht, als eines Morgens im April ein eigenartiges Auto auf dem Fischerboot auftauchte, das La Graciosa regelmäßig mit Waren versorgt.

Es handelte sich um den mit einer Spezialkamera ausgestattete Wagen von Google Maps, das Aufnahmen für den Dienst Google Street View anfertigt, mit dem man sich per virtuellen Rundgängen durch Ortschaften klicken kann.

Mit einer Spezialgenehmigung des Ayuntamientos von Teguise durfte Google einen Tag lang auf der Insel herumfahren, auf der bis auf wenige Ausnahmen sonst kein Autoverkehr gestattet ist.

Unter den neugierigen Blicken der Einwohner – in Caleta del Sebo wohnen offiziell 653 Menschen – fuhr das Google-Auto alle Sträßchen der, neben der kleinen Siedlung Pedro Barba, größeren Ortschaft von La Graciosa ab. Später verließ das Fahrzeug die Stadt, um die wenigen Verbindungswege auf der Insel abzufahren.

Ab wann die Aufnahmen auch in Google Maps zu finden sind, ist nicht bekannt. Für La Graciosa ist es jedenfalls ein großes Ereignis, dass der Internetgigant Google das kleine Eiland in seinen Karten mit aufnimmt. Gerade passend zum Kampf der Inselbewohner, offiziell als achte Kanarische Insel anerkannt zu werden. Die Einwohner versprechen sich von der Identität als eigene Insel mehr Aufmerksamkeit und somit mehr Besucher. Der Fremdenverkehr ist für die Einwohner neben dem Fischfang die wichtigste Einnahmequelle. Gerade im Sommer kommen täglich rund 500 Tagestouristen auf die Insel, manche bleiben auch länger.

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