Astronautentraining auf Lanzarote


Felsen spalten mit vereinten Kräften: Beim Unterricht in den Lavafeldern auf Lanzarote gab es auch Zeit für Jux. (V.l.n.r.: Pedro Duque, Luca Parmitano, Matthias Maurer). Foto: efe

Die Astronauten absolvieren eine Fortbildung in Geologie im Hinblick auf zukünftige Missionen zum Mars, zum Mond oder zu Asteroiden

Lanzarote – Cabildo-Präsident Pedro San Ginés empfing Ende Oktober eine Astronautengruppe der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die auf Lanzarote eine Art Training im Rahmen des „Pangea“-Kurses absolvierten. Dieser Kurs ist Teil eines Fortbildungsprogramms für Astronauten im Hinblick auf zukünftige Missionen zum Mond, zum Mars oder auch zu Asteroiden und konzentriert sich hauptsächlich auf die Geologie. Die Astronauten lernen dabei die Besonderheiten verschiedener Gesteinsarten kennen und identifizieren, um bei eventuellen Missionen die richtigen Gesteinsproben für eine weitere wissenschaftliche Analyse einzupacken.

Die ESA-Astronauten zu Besuch bei Cabildo-Präsident Pedro San Ginés. Foto: Cabildo de Lanzarote
Die ESA-Astronauten zu Besuch bei Cabildo-Präsident Pedro San Ginés. Foto: Cabildo de Lanzarote

Die beiden Astronauten Luca Parmitano (Italien) und Pedro Duque (Spanien) erhielten gemeinsam mit EUROCOM (*) Matthias Maurer auf Lanzarote Unterricht von kundigen Wissenschaftlern, um die besten Gebiete für die Entnahme von Gesteinsproben zu identifizieren und die verschiedenen Gesteinstypen zu differenzieren. Einer der Ausbilder des Astronautenteams ist Jesús Martínez Frías, Geologe vom Institut für Geowissenschaft in Madrid (IGEO). „Es ist für mich eine Ehre, Schüler so hohen Ranges wie Pedro Duque, Luca Parmitano und Matthias Maurer fortbilden zu können“, sagte Martínez Frías über seine Aufgabe auf Lanzarote. Die unverhältnismäßig guten Vorkenntnisse dieser Schüler und ihre rasche Auffassungsgabe sowie ihr Denkvermögen sind weitere Anreize seines Jobs.

Luca Parmitano war von Mai bis November 2013 auf der Internationalen Raumstation ISS stationiert; Pedro Duque war 1998 mit dem Space-Shuttle Discovery für die STS-95-Mission im Weltraum unterwegs und 2003 auf der ISS.

Dem Training auf Lanzarote ging eine erste Phase im September in Südtirol voraus. Dort lernten die Astronauten mehr über Astrogeologie in einer ebenfalls besonderen Umgebung: dem Geoparc Bletterbach.

Als zweiter Ort für die Fortbildung in Astrogeologie wurde Lanzarote ausgewählt. Die Astronauten absolvierten ihre Unterrichtseinheiten unter anderem auf dem Volcán de La Corona, beim Mirador del Río, in Famara (Haría), Caldera Blanca und natürlich im Nationalpark Timanfaya.

Astronaut Pedro Duque sagte: „Ich freue mich sehr darüber, Zeit in dieser wunderbaren Region meines Landes verbringen zu können. Lanzarote ist weltweit einzigartig und ähnelt nach unseren bisherigen Erkenntnissen landschaftlich sehr dem Bild anderer Planeten, die Astronauten bei zukünftigen Missionen erforschen werden.“

(*) EUROCOMs sind die Flugkontrolleure der ESA, die direkt mit den Astronauten an Bord der Raumstation kommunizieren können.

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