Unternehmer in Maspalomas erstochen


Der mutmaßliche Täter Flavio J. D. S. auf dem Weg zum Gericht Foto: EFE

Ein junger Brasilianer hat gestanden, den Inhaber von „Luis Sport“ getötet zu haben

Gran Canaria – Der Inhaber der Ladenkette „Luis Sport“ ist in einem Lagerhaus in San Fernando de Maspalomas erstochen worden. Wenige Stunden später wurde der mutmaßliche Täter, ein 19-jähriger Brasilianer, festgenommen und soll die Tat spontan gestanden haben.

Die Polizei war am Abend des 10. Oktober um 22.00 Uhr von Zeugen darüber informiert worden, dass ein junger Mann namens Flavio ihnen gegenüber zugegeben habe, Luis Fernández Conde im Streit getötet zu haben.

Als Polizeibeamte, den Angaben der Zeugen folgend, ein Lagerhaus in der Avenida de Gáldar in Maspalomas betraten, fanden sie dort in einem Büro die Leiche des Unternehmers vor. Diese wies eindeutige Spuren von Gewalt auf. Das Gesicht des Opfers war mit einer Serviette bedeckt.

Die Ermittler befragten den gesamten Bekanntenkreis von Luis Fernández, um zu klären, in welcher Beziehung Täter und Opfer standen und den Flüchtigen dingfest zu machen. Schon um 6.00 Uhr am Morgen nach der Tat hatte die Fahndung Erfolg, und der mutmaßliche Täter wurde an einer Bushaltestelle in Meloneras entdeckt und festgenommen. Er leistete keinen Widerstand und gestand spontan, den Unternehmer getötet zu haben. Er befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft im Gefängnis Salto del Negro. Verhaftet wurde außerdem der 24-jährige Spanier Dan Kevin H. C., der Flavio J. D. S. bei seinem Fluchtversuch geholfen haben soll. Er wurde unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt und wird wegen Verschleierung einer Straftat angeklagt. Die polizeilichen Ermittlungen zu dem Fall sind noch nicht abgeschlossen.

Die Umstände des Todes von Luis Fernández stellen sich nach den bisher bekannt gewordenen Details folgendermaßen dar: Der 66-jährige, aus Ourense in Galicien stammende Inhaber von „Luis Sport“ auf Gran Canaria, war homosexuell und suchte den Kontakt zu jungen Männern, die er bezahlte. Flavio J. D. S. hatte er erst vor wenigen Wochen in Madrid kennengelernt, und seit Anfang Oktober wohnten er und Flavio als Paar zusammen in seinem Haus im Süden Gran Canarias. Am späten Abend des 10. Oktober kam es im Büro eines Lagerhauses in Maspalomas zu einem heftigen Streit zwischen den beiden Männern, in dessen Verlauf Luis Fernández getötet wurde. Ihm wurde mehrfach mit einer Dekorationsfigur auf den Kopf geschlagen, und er erlitt Stiche mit einer Schere in die Brust und die untere Gesichtshälfte. Flavio verließ den Ort des Geschehens mit einem Lieferwagen des Toten und fuhr zu einem Parkplatz in Maspalomas, wo er in ein anderes Auto des Unternehmers umstieg. Zunächst wollte er zum Flughafen, doch da er kein Geld hatte, suchte er Hilfe bei Dan Kevin H. C. Zusammen mit diesem kehrte er in das Lagerhaus zurück, um die Tatwaffen, blutbefleckte Gegenstände und den Schmuck des Opfers an sich zu nehmen. Danach fuhren sie zu Fernández’ Haus, wo Flavio sich umzog und Geld holte. Dann begab er sich in ein Krankenhaus, um Verletzungen behandeln zu lassen, die er selbst erlitten hatte. Danach wurde er auf dem Weg zum Flughafen an einer Bushaltestelle in der Nähe des Hospitals festgenommen.

Luis Fernández Conde kam vor zwanzig Jahren aus Galicien nach Maspalomas und brachte es vom Kellner zum Eigentümer einer Ladenkette. Seit einiger Zeit war er im Ruhestand, hatte einige seiner Geschäfte verkauft und verbrachte viel Zeit in Brasilien. Wie ein Nachbar aus Mas­palomas der Presse berichtete, war der 66-Jährige dort vor etwa zwei Jahren schon einmal das Ziel eines Mordanschlages geworden. Sein damaliger Lebensgefährte soll ihn vergiftet haben, um ihn zu bestehlen. Mehrere Monate soll Fernández im Koma gelegen und, als er nach Gran Canaria zurückkehrte, noch Lähmungserscheinungen von dem Anschlag gehabt haben.

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