Tunneleröffnung mit Einschränkungen


Eine Fahrt durch den neuen, über 3 km langen Tunnel La Aldea-El Risco ist derzeit nur mit Anmeldung möglich. Foto: EFE

Nur zweimal am Tag und unter starken Sicherheitsvorkehrungen dürfen Fahrzeug-Konvois den neuen Tunnel bei El Risco passieren. Trotzdem erleichtert diese Maßnahme die Lage der Einwohner von La Aldea, die praktisch abgeschnitten sind.

Gran Canaria – Wochenlang waren die Einwohner von La Aldea praktisch von der Außenwelt abgeschnitten, weil ein Teil der Verbindungsstraße nach Agaete (GC-200) aufgrund massiver Steinschlaggefahr definitiv gesperrt wurde. Anfang Januar gab die Regionalregierung den neuen Tunnel von La Aldea-El Risco frei, um einstweilig Abhilfe zu schaffen und zumindest zeitweise die Fahrt nach Agaete zu ermöglichen. Allerdings unterliegt die Nutzung starken Einschränkungen.

Bei dem Bau der neuen Verbindungsstraße zwischen La Aldea de San Nicolás und Agaete handelt es sich um eine dieser unendlichen (Bau-)Geschichten der Kanarischen Inseln. Die bisherige Verbindung GC-200 ist seit Langem baufällig und war wegen häufigen Steinschlags in den vergangenen Jahren häufig gesperrt. Als Alternative gab es für die Einwohner von San Nicolás nur die GC-210, bei deren Nutzung sich jedoch die Fahrt um etwa eine Stunde bzw. 30 km verlängerte.

Im Jahr 2009 wurde mit dem Bau der dringend benötigten neuen Verbindungsstraße begonnen. Veranschlagt waren Kosten von 88 Millionen Euro und eine Bauzeit von 40 Monaten, sodass die Straße Ende 2012 hätte fertiggestellt werden sollen. Doch die Wirtschafts- und Finanzkrise führten dazu, dass der Staat die finanzielle Unterstützung von Straßenbauprojekten stark einschränkte. Vor über einem Jahr konnte das Bautempo endlich wieder erhöht werden. Im Mai hieß es, der erste Abschnitt zwischen Andén Verde und El Risco, auf dem sich der über 3 km lange, neue Tunnel und die Brücke über den Barranco de La Arena befinden, solle im Dezember freigegeben werden.

Bereits vor Wochen wurde der Abschnitt von Andén Verde auf der alten Straße wegen massiver Steinschlaggefahr definitiv gesperrt. La Aldea war praktisch abgeschnitten. Der komplette Abschnitt konnte zwar nicht bis Dezember fertiggestellt werden, aber zumindest ließ sich die Regionalregierung nun etwas einfallen, um die Lage der Bewohner La Aldeas zu verbessern.

So wurde am 4. Januar der 3.145 m lange Tunnel auf dem Abschnitt zwischen Andén Verde und El Risco unter hohen Auflagen freigegeben.

Die Regionalregierung stimmte zu, zweimal am Tag in beide Richtungen einen Konvoi aus 80 Fahrzeugen passieren zu lassen (von La Aldea aus: 7.00 Uhr und 17.30 Uhr, von El Risco aus: 7.30 Uhr und 18.00 Uhr), der von Sicherheitskräften begleitet würde. Die Teilnehmer müssen sich unter Angabe diverser Daten (Name, Insassen, Kennzeichen, Grund für die Fahrt) anmelden (Tel. 691 443 355). Bevorzugt werden Fahrzeugführer, die ihre Fahrt mit einem Arzttermin, beruflichen Verpflichtungen oder Behördengängen begründen sowie die öffentlichen Transportmittel Bus und Taxi. Die bestätigten Teilnehmer des Konvois müssen sich eine halbe Stunde vor Abfahrt am Sammelpunkt einfinden.

Global bietet einen Busdienst an (Abfahrt La Aldea: 6.30 Uhr und 17.30 Uhr, in El Risco umsteigen auf eine andere Linie; Abfahrt Gáldar: 6.45 Uhr und 17.15 Uhr, in El Risco umsteigen auf den Bus, der durch den Tunnel fährt).

Dabei handelt es sich natürlich um keine endgültige Lösung. Auch steht noch der Bau anderer Abschnitte aus.

Bei seinem Gran Canaria-Besuch Ende Dezember nahm Íñigo Joaquín de la Serna, Minister für Inlandsentwicklung und Transport (r.), gemeinsam mit Regionalpräsident Fernando Clavijo (l.) und diversen Inselpolitikern die Fortschritte beim Bau der neuen Verbindungsstraße zwischen La Aldea und Agaete in Augenschein. Foto: EFE

Íñigo Joaquín de la Serna, Minister für Inlandsentwicklung und Transport, erklärte bei seinem Besuch Ende Dezember, solange der Staatshaushalt nicht beschlossen sei, könne er die Höhe der im Rahmen des neuen Straßenbauabkommens für die neue Verbindungsstraße vorgesehenen Mittel nicht beziffern.

Regionalpräsident Fernando Clavijo forderte von dem Minister, das Abkommen, entsprechend dem Vorkrisenniveau, wieder mit rund 207 Millionen Euro auszustatten.

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