Missbrauchsfall in Karate-Schule


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Drei Karate-Lehrer im Gefängnis

Eigentlich war Torres Baena ein exklusiver Karate-Club mit hervorragendem Ruf. Immerhin waren die Besitzer selbst von internationalen Wettkämpfen mit Medaillen zurückgekommen.

Nun sitzen sie im Gefängnis Salto del Negro ein. Der Richter lastet ihnen sexuellen Missbrauch und Verführung von Minderjährigen an.

Ursprünglich wurden fünf Karate-Lehrer verhaftet, als der Skandal aufflog. Drei von ihnen – der Besitzer des Sportclubs, Fernando Torres Peña, und seine Lebensgefährtin María José González Peña sowie die Karate-Lehrerin Ivonne González Herrera – wurden ins Gefängnis eingewiesen. Die anderen beiden Angeklagten, José Luis Benítez Cárdenes und José Benítez Peña, wurden vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Ermittlungen begannen knapp zwei Wochen vor der Inhaftierung, als ein Minderjähriger bei der Polizei Anzeige erstattete. Dabei stellte sich bald heraus, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelte. Seit etwa 10 Jahren haben die Karate-Lehrer Schüler miss­braucht. Die Rede ist derzeit von rund 20 Opfern, von denen einige inzwischen erwachsen sind. Doch die Ermittler schließen weitere Opfer nicht aus.

Wie es heißt, fanden die sexuellen Übergriffe nicht in dem Sportclub selbst statt, obwohl alle Opfer Karateschüler des Clubs sind oder waren. Eine Hausdurchsuchung bei  Fernando Torres Peña und María José González Peña soll erwiesen haben, dass die Straftaten zumeist dort verübt wurden.

Der Skandal hat große Aufregung in der Bevölkerung verursacht, die weit über den Kreis derer hinausgeht, die ihre Kinder bei Torres Baena angemeldet hatten. Immerhin schicke man seine Kinder in Sportclubs, damit sie sich gesund und sinnvoll in ihrer Freizeit beschäftigen. Zwar sei der fragliche Karateclub nun geschlossen, doch die Verunsicherung der Eltern sei groß. Man frage sich, wem man seine Kinder guten Gewissens anvertrauen könne.

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