Der submarine Vulkan ermöglicht Wissenschaftlern neue Forschungserkenntnisse


© EFE

ROV findet verloren gegangene Boje

Im März ließen die Wissenschaftler, die den submarinen Vulkan im Mar de las Calmas seit seiner Entstehung im Jahr 2011 regelmäßigen Untersuchungen unterziehen, von Bord des Forschungsschiffes „Ángeles Alvariño“ aus ein sogenanntes Remotely Operated Vehicle (ROV), ein kabelgeführtes Unterwasserfahrzeug, zu Wasser. Dem ROV kam u.a. die Aufgabe zuteil, eine im Dezember verschwundene Forschungsboje wieder ausfindig zu machen – mit Erfolg.

Zunächst setzten die Wissenschaftler eine Sonde ein, um das neueste 3-D-Bild des Vulkans zu erstellen und dessen aktuelle Maße zu ermitteln. Ersten Ergebnissen zufolge misst der Vulkan an seinem Fuß derzeit 800 m im Durchmesser, ist 260 m hoch und liegt an seinem höchsten Punkt 87 m unter der Meeresoberfläche.

Das vielseitig einsetzbare ROV Liropus 2000 machte die neuesten hochauflösenden Unterwasseraufnahmen des Meeresbodens am Fuß des 2011 entstandenen Vulkanes, dessen Haupt- und Nebenkrater und nahm diverse Proben. Darüber hinaus unternahmen die Wissenschaftler mit Hilfe des ROV den Versuch, eine am 5. Dezember 2013 von der Meeresoberfläche verschwundene Forschungsboje ausfindig zu machen, die durch einen abgerutschten Hang in die Tiefe gezogen worden sein könnte. Tatsächlich entdeckten die Wissenschaftler mit Hilfe des ROV die Boje in einer Tiefe von 204 m. Die Bergung an Bord der „Ángeles Alvariño“ erfolgte problemlos.

Im Anschluss an die Mission gab Meereswissenschaftler Eugenio Fraile im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Efe die neuesten Erkenntnisse bekannt. Laut Fraile zerstörte der Vulkan während seines Ausbruches alles Leben in diesem Bereich des Mar de las Calmas, doch das „neue“ Leben würde mit großer Geschwindigkeit zurückkehren. Schuld daran seien die vom Vulkan ausgestoßenen Nährstoffe, darunter das wertvolle Eisen. Darüber hinaus hätten die Wissenschaftler Zooplankton ausgemacht, dessen Qualität und Farbenprächtigkeit in diesem Gebiet bisher einzigartig gewesen seien.

Während der unterseeische Vulkan den Einwohnern El Hierros wegen der Abschreckung der Urlauber eine harte Zeit beschert habe, würden die Wissenschaftler auch weiterhin erheblich von der submarinen Eruption profitieren, eine der wenigen, die sie live mitverfolgen konnten und die ihnen die Möglichkeit zu tiefgreifenden Langzeitstudien u.a. über die Auswirkungen physisch-chemischer Veränderungen auf Unterwasserökosysteme ermöglicht. Und wie sich dieses wieder erholt.

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