22 Terrarien für die Echsen-Nachzucht


© Cab El Hierro

Neues Forschungszentrum für Rieseneidechsen von El Hierro eröffnet

El Hierros Cabildo-Präsident Alpidio Armas, der Umweltbeauftragte Michel Acosta und weitere Persönlichkeiten der Insel kamen Ende Juni zur Einweihung des neuen Zucht- und Forschungszentrums für Rieseneidechsen in El Matorral.

Der Bau des vom Cabildo und vom Umweltministerium mit 300.000 Euro finanzierten Zentrums wurde infolge der schweren Wasserschäden von 2007 notwendig, als sintflutartige Regenfälle und ein Erdrutsch die Labors der alten Zuchtstation zerstörten, wobei 184 Exemplare der vom Aussterben bedrohten Eidechsenart getötet wurden.

Das neue Zentrum, in dem nun das Arterhaltungsprogramm der Rieseneidechse von El Hierro fortgesetzt wird, befindet sich zwischen dem Hubschrauberlandeplatz und der Finca de Los Palmeras in El Golfo und versteht sich als Ergänzung des alten Zentrums, das zum Teil wiederaufgebaut wurde. Dort sollen weiterhin Besucher empfangen werden, die sich für diese seltene Reptilienart interessieren.

In der neuen Anlage wurden 22 Terrarien gebaut, in denen etwa 100 Exemplare von Gallotia simonyi untergebracht werden. Die Zucht der Rieseneidechsen in Gefangenschaft hat es in den letzten Jahren erlaubt, immer wieder Exemplare freizusetzen, um das Überleben der Art in der Natur zu gewährleisten.

Die Rieseneidechsen von El Hierro wurden über Jahre hinweg nahezu ausgerottet und gehören heute zu den bedrohtesten Tierarten der Welt. Dieses ausgestorben geglaubte Reptil wurde erst 1975 in einer kleinen Kolonie auf der Insel wiederentdeckt. Dank des daraufhin ins Leben gerufenen Zuchtprogrammes konnte der Fortbestand der Art gesichert werden.

Auf den verschiedenen Kanareninseln gibt es unterschiedliche Rieseneidechsenarten, die jeweils als Endemiten bezeichnet werden. Auf La Gomera ist die ebenfalls vom Aussterben bedrohte Gallotia bravoana heimisch, auf Teneriffa – im Teno-Massiv – die Rieseneidechsen Gallotia intermedia, auf La Palma die bis 2007 ebenfalls ausgestorben geglaubte Art Gallotia auaritae und auf Gran Canaria die weniger bedrohte Art Gallotia stehlini.

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