Aufbruch zur Atlantiküberquerung


Foto: wcc/james mitchell

186 Boote setzten in Las Palmas die Segel

Gran Canaria – Bei herrlichem Sonnenschein, sommerlichen Temperaturen und einer leichten Brise fand am Sonntag, dem 19. November in der Marina von Las Palmas der Start der 32. Ausgabe der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) statt.

In den zwei Wochen vor dem Start zur 2.700 Seemeilen weiten Atlantiküberquerung bis Saint Lucia gab es im Hafen von Las Palmas ein umfangreiches Programm für die Teilnehmer aus 40 Nationen rund um den Globus.

Am Starttag wurden zunächst die Mehrrumpfboote verabschiedet, gefolgt von den 27 Booten in der sogenannten „Racing Division“, die nun um die Wette über den Atlantik segeln. Der spektakulärste Anblick für die Hunderte von Zuschauern, die die Boote im Hafen verabschiedeten, war aber sicherlich der Start der Fahrtensegler um 13.00 Uhr – ein wahres Meer von Segeln im Atlantik.

Die Boote werden im Schnitt 18 bis 21 Tage unterwegs sein, bevor sie den Zielhafen Rodney Bay auf der Karibikinsel Saint Lucia erreichen.

Die deutschsprachigen Boote bei der ARC

Auch dieses Jahr sind wieder zahlreiche Boote aus dem deutschsprachigen Raum bei der ARC dabei. Spitzenreiter, was die Anzahl der Überfahrten angeht, ist und bleibt Manfred Kerstan. Es ist seine 22. ARC, und er ist mit seinen 81 Jahren nicht nur der älteste Skipper, sondern auch der älteste Teilnehmer.

Zum ersten Mal in der Geschichte der ARC gibt es 2017 ein deutsches Frauenboot. Die Crew der „Lucky Lady“ besteht aus 8 deutschen Seglerinnen zwischen 25 und 64, die ein Signal setzen und mit einer neuen Perspektive in See stechen wollen. Sie kommen aus verschiedenen Teilen Deutschlands, doch alle haben das gleiche Ziel: „Mit Frauenpower über den Atlantik segeln!“ Skipperin Petra Pavlisin erklärt ihre Motivation folgendermaßen: „Wir übernehmen als Atlantic Women 2017 das Steuer in einem Bereich, in dem meist Männer die Skipper sind und wollen damit andere Frauen und auch Mädchen dazu ermutigen, sich sowohl im Segelsport als auch in anderen Bereichen mehr zuzutrauen.“

Um auch die finanzielle Unterstützung in die Tat umzusetzen, ruft Atlantic Women 2017 dazu auf, das Child Development & Guidance Centre (CDGC), ein von drei Fachfrauen geleitetes, auf Spendengelder angewiesenes Kinderförderzentrum auf St. Lucia zu unterstützen. Mehr Informationen unter: https://atlanticwomen2017.com.

Erstaunlich ist in diesem Jahr der hohe Anteil an deutschen Charterjachten. Ein Drittel der Boote fahren mit zahlenden Gästen und sind ausgebucht. So können sich auch Segler, die kein eigenes Schiff besitzen, den Traum einer Atlantiküberquerung erfüllen. Daneben gibt es einige Familienboote und die Boote, deren Besatzung mit Freunden aufgestockt werden.

Auch vier deutsche Katamarane sind in der Flotte zu finden, davon drei von Lagoon, was die aktuelle Entwicklung widerspiegelt, da Lagoon insgesamt in der Flotte der beliebteste Typ Katamaran ist.

Von den vier ÖsterreicherBooten gehen zwei auf große Fahrt. Die „Adrienne“ von Thomas Volnhofer ist die ARC schon etliche Male gesegelt, doch diesmal ist es der Auftakt zur Weltumsegelung mit der WorldARC 2018.

Auch die österreichische Outremer Light 64 Saudade soll nach der ARC um die Welt gehen. Sie ist mit 19,50 m der längste Katamaran der diesjährigen ARC-Flotte, und dessen Eigner Christof Petter ist ein alter Bekannter. Sein vorheriges Schiff, die Akilaria 40 Vaquita hatte großen Erfolg im Regattageschehen. 2012 erreichte sie bei der ARC nach einer 12-tägigen Überfahrt „Line Honours“ und verfehlte den damaligen Rekord nur knapp – eine bemerkenswerte Leistung für ein 40-Fuß-Boot.

Die Schweizer sind auch mit mehreren Booten dabei. Bei seiner Weltumsegelung im Rahmen der WorldARC 2018 will Skipper Niki Schmidt mit seiner neuen XC45 Aranui die Umwelt so wenig wie möglich belasten und hat das Boot so umweltfreundlich wie möglich ausgestattet. Er installierte eine Hydrovane Windsteueranlage, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Strom wird mit dem Watt&Sea Hydrogenerator erzeugt, um den Kühlschrank betreiben zu können und auch den Schenker Wassermacher, sodass keine Plastikflaschen an Bord gestaut werden müssen.  Das Boot ist also durch und durch umweltfreundlich.

Die Route der Boote kann auf www.worldcrusing.com/arc verfolgt werden.




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