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Ausgabe: Nr. 217 (20/2014) vom 22. Oktober - 4. November 2014
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Der spanische Kronprinz Felipe und seine Frau, Prinzessin Letizia, haben Wort gehalten und der kleinen Insel einen Blitzbesuch abgestattet

Eine Geste der Verbundenheit mit El Hierro

Das spanische Königshaus hat der Bevölkerung El Hierros auf besondere Weise seine Solidarität ausgedrückt. Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia übermittelten den unter der Vulkankrise leidenden Insulanern die Verbundenheit und den Rückhalt Ihrer Majestäten. Während eines knapp vierstündigen Blitzbesuchs am 30. Januar – dem 44. Geburtstag von Prinz Felipe – besuchten die Royals den kleinen Küstenort La Restinga, wo sie von etwa doppelt so vielen Menschen erwartet wurden, wie das Dorf Einwohner zählt.



Fotogalerie© Moisés Pérez
12.02.2012 - El Hierro - Unermüdlich begrüßte das Prinzenpaar die Menschen, schüttelte Hände und herzte Kinder. Die Kleinen der örtlichen Grundschule hatten für den Prinzen eine großes Geburtstagsplakat gebastelt, das den Vater zweier Töchter sichtlich rührte.
Auf der anschließenden Fahrt nach Valverde wurde an dem Aussichtspunkt Halt gemacht, von dem aus der Vulkan am besten zu sehen ist, und Prinz Felipe zeigte großes Interesse an den Erklärungen der Wissenschaftler. Die Reise des Prinzenpaars auf die Insel sollte schließlich nicht nur Verbundenheit signalisieren, sondern der Öffentlichkeit verdeutlichen, dass der Vulkan kein Hinderungsgrund, sondern vielmehr ein weiterer Anreiz für einen Besuch auf El Hierro ist.  

Auf der Tourismusmesse Fitur Mitte Januar in Madrid, hatte sich der spanische Kronprinz auf dem kanarischen Messestand besonders intensiv mit dem Cabildo-Präsidenten von El Hierro unterhalten. Er interessierte sich sehr für die Situation auf der Insel infolge des Vulkanausbruchs. Im Zuge der Unterhaltung mit Alpidio Armas erfuhr Prinz Felipe Näheres über das Schicksal der knapp 500 Einwohner des kleinen Fischerortes La Restinga, der an der Südspitze der Insel in relativer Nähe zu dem unter der Wasseroberfläche brodelden Vulkan liegt. Dieser hat mit dem Magmaaustritt und dem bedrohlichen Blubbern zuerst Fische, dann Touristen und Taucher vertrieben und den meisten Bewohnern von La Restinga damit die Erwerbsgrundlage entzogen.
Zwar ist auch ein Königssohn machtlos gegen die Gewalt der Natur, aber im Bereich seiner Möglichkeiten liegt immerhin die öffentliche Bekundung von Mitgefühl und die Unterstützung der Menschen durch eine medienwirksame Reise ins „Krisengebiet“. So sagte Prinz Felipe spontan einen Besuch zusammen mit seiner Frau, Prinzessin Letizia, zu. Die Freude über diese Ankündigung war auf der Insel riesengroß, denn ganz abgsehen von der gegenwärtigen Situation lag der letzte Besuch des spanischen Thronfolgers schon fünf Jahre zurück, und es würde das erste Mal sein, dass Don Felipe zusammen mit Prinzessin Letizia auf die Insel reist.
Die Tatsache, dass El Hierro seit den ersten Anzeichen des Vulkanausbruchs im Oktober 2011 noch weitaus tiefer in der Krise steckt als die übrigen Kanareninseln und Spanien, darf nicht weiter tatenlos hingenommen werden. Die kleine Insel ist weiterhin ein lohnendes und ungefährliches Urlaubsziel und der Vulkan an sich doch nur eine zusätzliche Touristenattraktion – dies alles sollte der Blitzbesuch des spanischen Prinzenpaares am 30. Januar auf El Hierro signalisieren. 

Moralische Unterstützung

Am 30. Januar, dem Geburtstag des Thronfolgers, kam die moralische Unterstützung des spanischen Königshauses in der Gestalt von Prinz Felipe und Prinzessin Letizia auf El Hierro an. Gegen 12.00 Uhr stieg das Prinzenpaar in La Restinga aus dem Helikopter und wurde von Cabildo-Präsident Alpidio Armas und den Bürgermeistern der drei Inselgemeinden El Pinar, La Frontera und Valverde begrüßt. Im Gefolge der königlichen Besucher befanden sich der kanarische Regierungspräsident Paulino Rivero, der Minister für Tourismus, Industrie und Energie, José Manuel Soria und die Vertreterin der Zentralregierung auf den Kanaren, María del Carmen Hernández.
Als Erstes stand ein Ausflug zu dem Aussichtspunkt auf dem Programm, von dem aus man den besten Blick auf das Gebiet der vulkanischen Aktivität genießt. Aus der Vogelperspektive hatte das Prinzenpaar das enorme grünliche Feld auf der Meeresoberfläche bereits gesehen, doch nun waren die politischen Persönlichkeiten sehr besorgt, ob der Vulkan sich gerade jetzt vielleicht zur Ruhe begeben und nicht sichtbar werden würde. Doch die Sorge war unbegründet, denn die Meeresoberfläche begann pünktlich zum Erscheinen des Prinzenpaares zu brodeln, Gasblasen traten an die Oberfläche und wurden von dampfenden Gesteinsbrocken begleitet, sodass das Naturschauspiel perfekt war.
Die Leiterin des Nationalen Geographischen Instituts stand mit erklärenden Kommentaren zur Seite, und so erfuhr das Prinzenpaar beispielsweise, dass der Vulkan bereits 145 Millionen Kubikmeter Magma (genug, um 145 Fußballstadien zu füllen) ausgestoßen und sein Krater sich um 200 Meter vergrößert hat. Er liegt in 130 Metern Tiefe, und die Herreños hoffen inbrünstig, dass er doch noch an der Wasseroberfläche erscheint, damit daraus eine wahre Touristenattraktion werden kann. Denn solange er unter Wasser versteckt bleibt, wird niemand kommen, um sich davor fotografieren zu lassen, fürchten die Herreños.

Gratulation zur Schnapszahl

Lange konnte das Prinzenpaar den Anblick des Vulkangebietes jedoch nicht genießen, denn es galt, den Programmablauf einzuhalten. An der Meerespromenade von La Restinga warteten bereits an die tausend Menschen – das Doppelte der Einwohnerzahl – gespannt auf das Eintreffen von Don Felipe und Doña Letizia. Eine Folkloregruppe gestaltete den Empfang mit einem „Tango Herreño“ und Kinder der örtlichen Grundschule gratulierten dem Prinzen mit einem selbsgebastelten Schild und mehreren Geschenken zu seinem 44. Geburtstag.
Prinz Felipe hatte aufmunternde Worte vorbereitet: „Dies ist ein besonderer Tag, den wir mit Euch teilen möchten. Wir übermitteln Euch unsere aufrichtige Zuneigung und möchten Euch Mut zusprechen, auch im Namen des Königs und der Königin“, sagte Don Felipe. Die Prinzessin zeigte sich während des Besuchs volksnah, herzlich und interessiert, hielt sich aber dezent im Hintergrund. Besonders große Aufmerksamkeit schenkte das Prinzenpaar den Grundschulkindern, die sichtlich ungeduldig und nervös auf dessen Ankunft gewartet hatten. Sie hatten für den Geburtstagsprinzen ein Buch angefertigt, in dem sie die Geschichte des Vulkans aus ihrer Sicht schildern. Die royalen Besucher nahmen sich für jedes einzelne Kind die Zeit, es persönlich zu begrüßen. Danach schütteltelten sie unzählige Hände, die ihnen aus der Menge entgegengestreckt wurden.

Empfang im Cabildo und Zwischenstopp beim Wind- und Wasserkraftwerk

Per Minibus – auf den ursprünglich vorgesehenen Helikopterflug wurde verzichtet – wurde das Prinzenpaar danach in die Hauptstadt Valverde gefahren. Auf der Strecke gab es Gelegenheit für einen kurzen Halt an einem Aussichtspunkt, von wo aus das kombinierte Wind- und Wasserkraftwerk zu sehen ist (siehe Seite 7). Prinz Felipe zeigte sich sehr interessiert an diesem Projekt, das die ganze Insel zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgen und El Hierro damit zu einem weltweiten Beispiel in Sachen saubere Energiegewinnung machen wird. 
Im Cabildo gab es danach einen Empfang, zu dem ranghohe Politiker der Inseln eingeladen waren. In seiner Rede sprach der Prinz von der Stärke der Herreños, ihrer Zielstrebigkeit und ihrer Fähigkeit, diesen Schicksalsschlag zu überwinden.

Lichtblick und Hoffnungsschimmer

Der Besuch von Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia war für viele zermürbte Inselbewohner ein Lichtblick. Ihnen und ihrem Schicksal wurde vom Königshaus Beachtung geschenkt und Bedeutung beigemessen. Der Thronfolger höchstpersönlich hatte der Welt gezeigt, dass sich niemand vor dem Vulkan fürchten muss, dass El Hierro weiterhin ein sicheres und wunderschönes Urlaubsziel ist.
Die Herreños sprühten am 30. Januar buchstäblich vor Freude. Ganz besonders glücklich war auch die Besitzerin einer kleinen Saftbar in La Restinga, die an diesem Tag endlich wieder Kundschaft bekam. „Die Príncipes sollten jeden Tag kommen“, freute sie sich und räumte ein: „Wir haben es ehrlich gesagt sehr schwer. Viele Bars haben geschlossen, weil die Kundschaft fehlt und die Boote liegen im Hafen, weil es keinen Fischfang gibt; davon lebt auch mein Sohn. Es ist ein Desaster.“
Wenn in der nächsten Zeit wieder mehr Touristen auf El Hierro eintreffen und Taucher erneut Interesse an der Erkundung des Unterwasserparadieses der Insel zeigen, dann wäre die Mission des Prinzenpaares erfolgreich gewesen. Gerne – so ließ Don Felipe wissen – würden Ihre Königlichen Hoheiten selbst mit ihren Töchtern Leonor und Sofía Ferien auf El Hierro machen. Aber lieber inkognito, versteht sich.






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