05.03.2010 - Teneriffa - Trotz des schweren Unwetters, das am 17. Februar auf die Insel niederging, fanden sich rund achthundert Besucher ein um mit dem Männerchor sein zehnjähriges Jubiläum zu feiern. Ein interessantes Festprogramm war zusammengestellt worden, bei dem auch der Shanty Chor aus Andalusien sowie eine große Folkloregruppe mit Musikanten, Sängern und Tänzern aus La Laguna als Gäste mitwirkten. Der Männerchor stellte in zwei Durchgängen sein Repertoire vor, ebenso wie der etwa dreißig Personen umfassende deutschsprachige Shanty-Chor, der mit seinen bekannten und beliebten Seemannsliedern für Stimmung sorgte und das Publikum zum Mitsingen und Schunkeln animierte. Viel Beifall erntete auch die Folklore-Gruppe El Moral mit ihren typisch kanarischen Liedern und Tänzen. Zeitweise waren bis zu neunzig Akteure auf der Bühne. Rundherum ein gelungener Abend, wenn auch die Zuhörer in den hinteren Reihen über die teilweise recht mangelhafte Tonanlage klagten. Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch sieben verdiente Mitglieder des Männerchors – sozusagen die Gründungsmitglieder der ersten Stunde - geehrt und mit schönen Urkunden beschenkt. MCN-Präsident Lothar von Piechowski erinnerte in seiner Ansprache daran, wie der Männerchor im Jahr 1999 aus der Taufe gehoben wurde. Im Wochenspiegel waren Herren mit Freude am Chorgesang eingeladen worden, sich auf der Plaza del Charco zu treffen. Tatsächlich erschienen neun Freunde des Chorgesangs, die sozusagen die Keimzelle des Chors bildeten, der heute rund 45 aktive Mitglieder hat, und bereits dreimal in Deutschland auf Tournee war. Am 10. März ab 12 Uhr findet übrigens im Taoropark in Puerto de la Cruz (beim Gemeindehaus der Anglikanischen Kirche) ein großes Grillfest statt, als Dank an die Freunde des Chors. Es wird gegrillt, musiziert und gesungen.
Männerchor del Norte und das Rentnerlied
Capt. Lou, der Moderator des Abends hat die Redaktion gebeten, folgendes Schreiben zu veröffentlichen: Es gibt doch tatsächlich Leute, die gehen selbst zur Karnevalszeit in den Keller um zu lachen – wenn überhaupt! So war doch ein Zuhörer über den Text unseres fröhlichen, lustigen und nicht bierernst zu nehmenden „Rentnerliedes“ regelrecht erbost. Heißt es doch da… “leben die Residenten in Saus und Braus“. Er meint: das wäre ja ganz schlimm und eine große Sünde, wo es doch so viel Armut und Not auf der Welt gibt, so etwas zu singen. Ich habe gedacht ich spinne. Beginnt unser Lied doch mit: …Wenn im kalten Norden der Oktober naht und man mal wieder kein Geld für Heizöl hat…Wir Rentner haben 50 Jahre hart gearbeitet und fliegen im Winter auf unsere Insel – one way für 51 Euro mit Ryanair oder für 69 Euro mit Condor, sparen eine Menge an Heizkosten, Wasser und Kanalgebühren. Und dann gibt es hier auf Teneriffa Vino Tinto und Dorada Bier „Oh Sünde“. Wir Rentner trinken aber drei Liter Wasser pro Tag, weil der Onkel Doktor das so will. Lieber Mann, das ist ein Lied, kein ernst gemeinter Tatsachenbericht. Im Hundekuchen ist auch kein Hund drin. Außerdem geben wir Benefizkonzerte und spenden für viele Zwecke. Schließlich heißt es in dem Lied zum Schluss: „...und zu Haus die Alte hat endlich Zeit für sich.“ Es ist im MCN kein Mann, der seine Frau oder Lebensgefährtin Alte nennt. Wir sagen Schatzi oder Liebling. So mein lieber Rentnerlied-Kritiker, ich muss jetzt weg, weiter sausen und mal wieder brausen.