Die evangelischen Pfarrer auf den Kanarischen Inseln versammelten sich mit ihren Frauen vom 22. bis 25. März zu ihrer Frühjahrskonferenz im anglikanischen Gemeindezentrum in Puerto de la Cruz.
Die evangelischen Pfarrer vor dem Roque Cinchado, dem Felsen, der im Volksmund auch „Finger Gottes“ genannt wird.
08.04.2011 - Teneriffa - Alle Pfarrer betonten, dass sie von der Aufgeschlossenheit der deutschen Urlauber und Residenten beeindruckt sind. Viele Urlauber entdecken in den Kirchgemeinden und besonders in den Gottesdiensten ihre Heimat, obwohl sie zu Hause nicht zu den regelmäßigen Gottesdienstbesuchern zählen. Die Urlaubs- oder Residentengemeinden sind im wahrsten Sinne des Wortes ökumenisch und wenden sich an alle deutschsprachigen Urlauber und Residenten. Die ökumenische Gemeinschaft ist auf den Inseln stärker als in Deutschland ausgeprägt. Das zählt zu den großen Chancen der sehr unterschiedlichen pastoralen Aufgaben. Allerdings ist der hohe Altersdurchschnitt, der von Residenten oder Semiresidenten geprägten Gemeinden nicht zu übersehen. Insofern war ein Schwerpunkt der Tagung: „Altwerden in der Fremde“. Der Geschäftsführer der Diakonie Spaniens, Herr Jürgen Trippel, gab mit seinem Vortrag über die Lebens- und auch Pflegesituation älterer Menschen auf den Inseln Anlass, die brennenden und anstehenden Fragen sachgemäß aufzunehmen und Lösungsmodelle zu suchen. Die Diakonie ist bemüht, die Selbstständigkeit behinderter oder pflegebedürftiger Personen zu unterstützen. Sie baut deshalb mobile Hilfsdienste auf und bietet, z.B. auf Lanzarote, betreutes Wohnen an. Allerdings sind bei den individuellen Lebensentwürfen und sozialen Bedingungen oft persönliche und finanzielle Grenzen gesetzt. Es wurde eingeschätzt, dass diese Themen zu einer Herausforderung für die Diakonie und für die einzelnen Gemeinden werden. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und gegenseitiger Austausch sind erste Schritte, um anstehende Fragen und Probleme zu umreißen und einer Lösung zuzuführen. Wichtige Bestandteile des Treffens sind neben den theologischen und praktischen Fragen, auch die örtlichen Gegebenheiten der gastgebenden Gemeinde und das natürliche Umfeld der jeweiligen Insel kennenzulernen. Zur großen Freude aller Teilnehmer, riss am Donnerstag die Wolkendecke auf. Das Wetter und die Sonne luden zu einem Ausflug nach La Orotava und in die Cañadas ein. Wen wundert es, dass diese Gruppe sich nicht nur vom „Finger Gottes“ angesprochen fühlte, sondern sich unter seinen Finger stellte. Das schenkte allen Mut und Kraft für die Aufgaben, die in den nächsten Monaten vor ihnen liegen.