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Ausgabe: Nr. 218 (21/2014) vom 5. - 18. November 2014
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Lü Jia und das OST am 30. Mai und 6. Juni im Auditorio von Santa Cruz

Meisterwerke von Schumann, Dvorák und Strawinsky

Die erste von Chefdirigent Lü Jia geprägte Spielzeit des OST Orquesta Sinfónica de Tenerife neigt sich dem Ende zu. Das Publikum, mehrheitlich gesetzten Alters wie über­all bei Klassik-Konzerten, riss es bei den Auftritten des dynamischen Maestros und den meist glänzend aufgelegten Musiker/innen des OST dennoch stets von den Sitzen.



OST-Chefdirigent Lü Jia
Fotogalerie© OST
OST-Chefdirigent Lü Jia
23.05.2008 - Teneriffa - Des Orchesters unbändige, neue Spielfreude und die charismatische Ausstrahlung des Meis­ters aus China erzeugten unwiderstehlichen Sog und Begeisterung. Mit Schwung und  großer Geste, mit seiner „Italitá“ inzwischen als junger Chef auch schon der weltgrößten Opernfestspiele von Verona, eroberte Lü Jia sein Publikum im Sturm auch hier.
Die Konzerte des OST am 30. Mai und 06. Juni werden die letzten dieser Spielzeit  des Orchesters unter der Leitung seines Chefs im Auditorio von Santa Cruz sein. Deutschlands großer Romantiker Robert Schumann steht mit zwei Werken dabei im Zentrum der Programme; seine 2. Sinfonie (30. 05.) und sein Klavierkonzert (06. 06.) mit dem berühmten Brasilianer Nelson Freire als Solist werden zu hören sein. Dessen Schallplatteneinspielung von Robert Schumanns Meisterwerk mit dem Leipziger Gewandhaus Orchester gilt als authentisch und maßstäblich bis heute. Die rechte Weihe auch hier bringt Maestro Lü Jia mit ein: Neben Peking und Berlin studierte er einige Zeit auch an der Düsseldorfer Hochschule für Musik, die den Namen Robert Schumann trägt. Der Komponist wirkte etliche Jahre in Düsseldorf als Städtischer Musikdirektor.

Konzert 30. Mai

Es beginnt mit Antonín Dvoráks Cellokonzert, dem wohl populärsten Werk dieser Gattung überhaupt. Dabei hatte Dvorák für das Violoncello nicht viel übrig. „Oben näselt es, unten brummt es“, soll er gesagt haben. Hanus Wihan, Gründer des später weltbe­rühmten Böhmischen Streich­quartetts, bewegte seinen Landsmann zur Komposition des Solo-Konzerts. Als Dvórak ein ergreifender Brief der einstmals angebeteten Schwägerin Josefina erreichte, zitierte er im Mittelsatz sein Lied „Lasst mich allein“, das ihr besonders gut gefallen hatte. Ihr plötzlicher Tod veranlasste Dvórak zur Umarbeitung des Schlussteils. Er verzichtete auf eine effektvolle Kadenz, ließ das Liedthema erneut anklingen. Für des Cellisten Wihan virtuose Kadenz-Vorschläge war mithin kein Platz mehr. Sie hätten den Charakter des Werks verändert. Wihan aber war enttäuscht; so spielte Leo Stern am 19. März 1896 unter der Leitung des Komponisten in der Londoner Uraufführung das Soloinstrument. Solist des Konzerts im Auditorio am 30. Mai ist der junge chinesische Cellist Jiang Wang, der bereits für die renommierte Deutsche Grammophon Schallplatten eingespielt hat.
Sodann Robert Schumanns 2. Sinfonie. Sie ist eigentlich seine „Dritte“, denn sie entstand 1845/46 nach der später umgearbeiteten d-Moll-Sin­fonie. Wir teilen die Einschätzung  mancher Konzertführer durchaus nicht, wenn da etwa zu lesen ist: „Schumanns damals ihn lähmende Krankheit wird in seiner 2. Sinfonie spürbar. Geniales steht neben Mattem, Erschütterndes neben Nichtssagendem. Sein Frühling ist vergangen; Schmerz, Resignation, leidenschaftliches Aufbegehren suchen nach Ausdruck.“ Im Gegenteil.  Hier handelt es sich um ein durch und durch romantisches Werk, das die unverwechselbare Handschrift seines Schöpfers in jedem Takt verrät. Einzigartiges gelingt Schumann im 3. Satz, dem Adagio. Sein Thema lehnt sich an einen Gedanken aus Bachs „Musikalischem Opfer“ an. Die Musik verströmt unendlichen Wohllaut im verschwebenden Gesang der Violinen, im samtenen Klang der Holzbläser. Ein Nachtstück voll sanfter Schwer­mut, voll Trost und Zuversicht. Eine Romanze, die ihresgleichen sucht. Mit einem Zitat aus Beethovens Liederkreis „An die ferne Geliebte“, das er zum Hauptthema des Finalsatzes entwickelt, macht Schumann allerdings auf eher plakative Weise auf sein großes Vorbild aufmerksam. In glanzvollem C-Dur klingt das prächtige Werk aus.
Wer mag, kann diese herrliche Musik sogar zweimal hören: Am 29. Mai im Magma Arte von Adeje wird ein Vorkonzert gegeben.

Konzert 06. Juni

Robert Schumanns Klavierkonzert ist ein einmaliger Glücksfall der Musik nach Beethoven. In allen drei Sätzen atmet die Inspiration einer unerschöpflichen Phantasie. Bevor Schumann die Komposition in Angriff nahm, bekannte der damals 29-Jährige 1839 seiner Braut Clara Wieck: „Ich kann kein Konzert schreiben für Virtuosen, ich muss auf etwas anderes sinnen.“ Dieses andere ist ihm inhaltlich und formal in überraschender Groß­artigkeit gelungen. Eng sind Soloinstrument und Orchester miteinander verzahnt. „Das Clavier ist auf das feinste mit dem Orchester verwebt - man kann sich das Eine nicht vorstellen ohne das Andere“, schrieb Clara schon 1841 nach der Komposition der „Phantasie für Clavier und Orchester“. Druckofferten und Versuche, das Stück zur Aufführung zu bringen, schlugen fehl. Der Weg in den Konzertsaal war erst geebnet, als sich Schumann entschloss, den einzelnen Satz nach einer Umarbeitung zu einem „Concert für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters“ zu erweitern. Ferdi­nand Hiller stand am Dirigentenpult, als das ihm gewidmete a-Moll-Klavierkonzert am 4. Dezember 1845 im Dresdner Hotel Saxe mit Clara Schumann als Solistin uraufgeführt wurde. Nur knapp vier Wochen später kam es am Neujahrstag 1846 im Leipziger Gewandhaus zu einer zweiten Aufführung, bei der Clara Schumann das Konzert unter Felix Mendelssohn spielte.
Heute ist das vielleicht schönste Klavierkonzert der Romantik vor Johannes Brahms in nicht weniger als 57 Aufnahmen verfügbar. Nelson Freires Aufnahme des Werks mit dem weltberühmten Orchester der Geburtsstadt Ro­bert Schumanns, Leipzig, kommt hier besonderer Rang zu. Zu den ersten Pianisten, die es (um 1928) für die Schallplatte einspielten, gehörte übrigens Clara Schumanns englische Schülerin Fanny Davies.
Mit seiner Ballettmusik „Der Feuervogel“ erlebte der 1882 geborene Igor Strawinsky 1910 in Paris seinen internationalen Durchbruch. Sie wird im 2. Teil des Konzerts zu hören sein. Zum besseren Verständnis hier kurz die Handlung: Prinz Iwan Za­-rewitsch fängt einen Zaubervogel, der sich durch eine Feder die Freiheit erkauft. Es kommen 13 vom Zauberer Katschei gefangene Prinzessinnen - Iwan verliebt sich in Zarewa, folgt ihr in den Palast des Zauberers, den er mit Hilfe des Feuervogels, des Zaubervogels besiegt.
Musikalisch setzt Strawinsky unverkennbar hier bei seinem Lehrer Rimski-Korsakow an, macht Anleihen bei Wagner, bei Glinka, bei Tschaikows­ky, dessen Melodik selbst noch im Tosen der “Danse infernale“ durchschlägt. Hier arbeitet Strawinsky noch mit motivischer Entwicklung - seine spätere, nicht psychologisierende Montage-Technik wird kaum angedeutet. Das Publikum im Auditorio wird das eher freuen.
Maestro Lü Jia wird mit dem OST im Tanzfinale Musik von geradezu  infernalischem Feuer entfachen und sich damit fulminant aus seiner ersten Saison als Chef hier in die Konzertpause verabschieden. Das Abschlusskonzert des OST am 13. Juni überlässt er dem großen Luis Bakalov, der zu Lebzeiten schon zum Mythos der Filmmusik und des Tango wurde. Luis Bakalov höchst selbst wird seine berühmte „Misa Tango“ dirigieren. Dazu mehr das nächste Mal. 

Hans Rueda
hans.rueda@wochenblatt.es






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