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Home > Kanarische Inseln > Nachrichten > Musik > „Und die verhexte Menge tobt“

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Klavierstar Arcadi Volodos am 15. Februar im Auditorio de Tenerife

„Und die verhexte Menge tobt“

Sieben Jahre ist es nun her, dass der russische Ausnahmepianist Arcadi Volodos seine Interpretation des 3. Klavierkonzerts von Sergej Rachmaninow auf CD vorlegte. Als Achtundzwanzigjähriger konnte er sich damals schon alle Orchester der Welt nach Belieben aussuchen.



09.02.2007 - Teneriffa - So wählte er dazu die Berliner Philharmoniker, und als Dirigenten keinen Geringeren als James Levine. Die Presse lobte die Aufnahme überschwänglich, und das Publikum tobte, wenn dieser Hexer am Klavier dieses wohl schwierigste Werk der gesamten Klavierliteratur anlässlich der Schallplattenpremiere in den Konzertsälen zum besten gab.


Musikfreunde dürfen sich auf ein Konzerterlebnis der Sonderklasse freuen

Am 15. Februar nun gibt sich Arcadi Volodos eben mit diesem Klavierkonzert dem OST - Orchesta Sinfónica de Tenerife unter der Leitung seines Ehrendirigenten Victor Pablo Pérez die Ehre. Musikfreunde dürfen sich auf ein Konzerterlebnis der Sonderklasse freuen. Mögen manche Rezensenten mit ihren Einwänden recht haben oder nicht, wenn sie mäkeln,  Volodos´ Klavierspiel sei zwar technisch meisterhaft und brillant, doch zuweilen von wenig interpretatorischer Tiefe: Wer dieses wegen seiner extremen technischen Schwierigkeiten von Artur Rubinstein als „Elefantenkonzert“ bezeichnete Werk so spektakulär meistert wie Volodos, den kann solche Kritik hier nicht treffen. Es ist  schlicht falsch, Rachmaninows herrliche Musik als „gefühlvolle Jauche“ (Richard Strauss) oder als „Filmmusik“ (Igor Strawinsky) abzutun. Der Komponist selbst schrieb 1941 über seine Musik: „Ich versuche darin ständig, einfach und direkt zu sagen, was mir am Herzen liegt. Sei es Liebe, Bitterkeit, Trauer oder Religion; diese Gefühle werden Teil meiner Musik“. Präziser konnte er sein künstlerisches Credo nicht verbalisieren, das so geprägt war von tiefempfundener Seelenkraft und einem uneingeschränkten Bekenntnis zum intakten Gefühl. Klar, dass neben Igor Strawinsky auch Arnold Schönberg während ihrer Ära der „neuen Sachlichkeit“ mit solchen Sätzen nichts anzufangen vermochten. Insbesondere Rachmaninows Klavierkonzerte aber sind heute unverwüstlicher, fester Bestandteil aller Konzertprogramme. Auch auf Teneriffa.  Am 04. Mai wird das OST als Solisten in Rachmaninows 1. Klavierkonzert  Jean-Louis Steuerman präsentieren, am 08. Juni den Pianisten Fazil Say in Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini.
Als der Wiener Alexander Zemlinsky im Jahr 1897 die Uraufführung seiner B-Dur Sinfonie erleben durfte, war er ein noch junger, aufstrebender Komponist, gefördert von Johannes Brahms und insbesondere von Gustav Mahler. Geboren 1871, war Zemlinsky zwar elf Jahre jünger als dieser, gleichwohl aber war er der Kompositionslehrer von Mahlers Ehefrau Alma. Und nicht nur dieses, wie manche Zeitgenossen meinten. Ob ihm wirklich das „gewisse Etwas“ fehlte, „das man haben muss, um ganz nach vorne zu kommen“, wie Zemlinsky einmal über sich selbst urteilte, mag dahingestellt sein. Doch fasste er, bewusst oder unbewusst, das ganze Dilemma seines Lebens und Schaffens in dieser einen Frage zusammen. Zemlinsky wuchs in eine Zeit hinein, die es einem Musiker ganz und gar nicht leicht machte, in der vordersten Reihe zu stehen, die bereits mit Namen von internationalem Klang besetzt war: Mahler, Strauss, Pfitzner und Wolf, Debussy, Ravel, Sibelius, Skrjabin und nicht zu vergessen die Großen der Wiener Schule – eine solche geballte Macht musste erdrückend sein und verlangte nicht nur nach Ellenbogen, sondern auch danach, sie richtig einzusetzen. Die Ellenbogen aber besaß der Lehrer des auch später so berühmten Arnold Schönberg tatsächlich nicht. 
Zemlinskys Werken sollte lange kein Nachruhm beschert sein. Die einen befanden zu große Nähe zu Brahms, Mahler oder Strauss, anderen fehlte Originalität und Persönlichkeit, und die Modernisten warfen ihm vor, er habe den Schritt in die Atonalität nicht konsequent genug vollzogen. Konsequent und nicht in Abrede zu stellen war jedoch ein anderer Schritt: 1938 emigrierte der Jude Zemlinsky in die USA. 1942 starb er verarmt und vergessen in New York. Erst seit Mitte der 70er Jahre fing man an, seine Musik Stück für Stück wiederzuentdecken. Mit Zemlinskys  Sinfonie B-Dur wird das OST ein Werk aufführen, das verdient, wiederentdeckt zu werden. Von manchem Werk seiner damals erfolgreicheren Zeitgenossen lässt sich solches eher nicht sagen.

Hans Rueda

Den Autor erreichen Sie unter hans.rueda@wochenblatt.es

Kartentelefon: 902 317 327
Eintrittspreise 13 / 16 / 19 und 23 Euro
Konzertbeginn: 20.30 Uhr, diesmal Donnerstag!, 15. Februar







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