04.02.2010 - - Indonesien ist trotz seiner vielfältigen Kulturtraditionen – auch im Bereich der Musik – nicht gerade ein Land, aus dem man für europäische Musik ausgebildete Künstler erwartet. Eine große Überraschung war daher die junge Pianistin Conny Sulawarma. Ihre erste Ausbildung erhielt sie noch im Elternhaus, später in Privatunterricht an Musikschulen; ihr Studium führte sie nach Freiburg, wo sie auch heute ihren Wohnsitz hat. Neben zahlreichen anderen Auftritten und Tätigkeiten ist ihr der soziale Bezug der Musik ein wichtiges Anliegen: In Kliniken und Seniorenheimen ist der Kontakt zum Publikum enger als sonst üblich. Daher war es schade, dass sie am ersten Abend ihrer „Premiere“ auf Teneriffa am 21. Januar im Haus Michael mit ihrem anspruchsvollen Programm auf ein in diesem intimen Rahmen zunächst eher sprödes Publikum traf. Den ersten Teil des Klavierabends bildete Schumanns „Carnaval“, mit seinen 21 Sätzen von sehr persönlichem Charakter eines der schwierigsten und facettenreichsten Werke der Klavierliteratur, meilenweit entfernt von „Träumerei“ und dem Schumann der romantischen Lieder. Conny Sulawarma bewältigte nicht nur die technischen Probleme mit erstaunlicher Kraft, sondern konnte auch den verschiedenen Nuancen mit ihrer variablen Anschlagstechnik den passenden Ausdruck verleihen, von Schwermut über Burleske bis zur heiteren Aufbruchsstimmung des „Davidsbündlermarsches“. Nach der Pause gab es leichtere, aber keineswegs seichte Kost. Mozarts Sonate C-Dur KV 300 gestaltete Conny Sulawarma im ersten Satz leicht und locker, sorgfältig bis ins Detail, im zweiten weich und kantabel, im dritten Satz brach der schalkhafte Mozart durch, wie man ihn auch aus seinen Briefen kennt. Die Werke von Chopin (Nocturnes und Walzer) hatte die Pianistin so ausgewählt, dass die verschiedenen Facetten dieses eher schwermütigen Komponisten wie in einem Kaleidoskop aufleuchteten: träumerische Melancholie und schwebende Leichtigkeit, perlende Virtuosität und sangliche Melodik. Allerdings: Etwas weniger Pedal hätte genügt. Die beiden letzten Werke schwelgten in Wiener Walzerseligkeit. Beim „Donauwalzer“ von Johann Strauß (Sohn) gab das Publikum auch seine reservierte Haltung auf und erklatschte danach als Zugabe noch Schuberts Impromptu Es-Dur. Das Publikum dankte mit lebhaftem Beifall für diese Bereicherung des Kulturlebens von Teneriffas Norden.