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Ausgabe: Nr. 115 vom 21. Juli - 10. August 2010
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Flüchtlingsboot erreichte unbemerkt die Südküste Gran Canarias

Erstes Cayuco seit fünf Monaten

Am 17. Februar erreichte erstmals in diesem Jahr ein Flüchtlingsboot aus Afrika die Kanarischen Inseln. Im Süden von Gran Canaria meldeten Anwohner gegen 3.00 Uhr morgens der Polizei die Ankunft eines Cayuco in der Bucht Playa del Cochino bei Playa del Inglés.



Vergangenes Jahr kamen „nur“ 2.242 Boatpeople aus Afrika auf die Kanaren. Dieses Jahr wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet.
Galerie© EFE
Vergangenes Jahr kamen „nur“ 2.242 Boatpeople aus Afrika auf die Kanaren. Dieses Jahr wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet.
05.03.2010 - Gran Canaria - Das Holzboot hatte unbemerkt die Küste erreicht, und offenbar war das Gros der Passagiere bereits an Land gegangen, bevor die Polizeikräfte eintrafen. Nur vier illegale Einwanderer dieser Expedition konnten festgenommen werden, darunter befindet sich vermutlich ein Minderjähriger. Auch die Vernehmung der verhafteten Immigranten konnte keine Klarheit darüber schaffen, wie viele Mitreisende sich im Boot befunden hatten und flüchten konnten. Die vier von der Polizei gefassten „Illegalen“ waren wohlauf.
Diese Nachricht setzt der Pause in der illegalen Immigration aus Afrika ein Ende, die seit Herbst letzten Jahres anhielt. Fünf Monate lang war kein Boot mehr auf den Inseln eingetroffen – eine erstaunlich lange Zeit, wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahren die Ankunft von Pateras und Cayucos an der Tagesordnung war. Aber schon 2009 wurde ein beachtlicher Rückgang der Flüchtlingszahlen verzeichnet. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press meldete, kamen im letzten Jahr 2.242 illegale Einwanderer aus Afrika auf den Kanaren an (das Wochenblatt berichtete), was im Vergleich zu 2008 einen Rückgang um 75 % ausmachte.
Dass die Ankunft des Bootes am 17. Februar auf Gran Canaria die Ankündigung einer neuen Flüchtlingswelle ist, ist eher unwahrscheinlich. Zwar herrscht in Kreisen, die das Phänomen der illegalen Zuwanderung analysieren, die Meinung vor, dass an verschiedenen Punkten der westafrikanischen Küste weiterhin Menschen auf die Gelegenheit warten, in ein Boot mit Kurs auf die Kanaren zu steigen, doch die Zahl der Auswanderungswilligen ist in Afrika deutlich zurückgegangen. Hauptverantwortlich dafür soll die Weltwirtschaftskrise sein, die viele Immigranten auch dazu bewogen hat, in ihre Heimat zurückzukehren, wo sich dafür die Lage auf dem Arbeitsmarkt ein wenig gebessert hat.
Das letzte Cayuco mit afrikanischen Immigranten, das vor dem 17. Februar 2010 die Kanarischen Inseln erreichte, kam am 17. September 2009 mit 90 Personen an Bord ebenfalls auf Gran Canaria an. Vier kleinere Boote aus Marokko – sogenannte Pateras – erreichten vor Jahresende die östlichsten Inseln Lanzarote und La Graciosa.



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