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Ausgabe: Nr. 115 vom 21. Juli - 10. August 2010
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Die Handelskette will ihre Geschäfte als „Supermärkte“ anmelden

Lidl ändert Strategie

Nach erheblichen Problemen mit den Eröffnungslizenzen und zahlreichen abgelehnten Anträgen ändert die deutsche Handelskette Lidl nun ihre Strategie. Das Unternehmen, das auf den Kanaren mehrere Filialen eröffnen möchte, hatte bei der Regionalregierung bislang kein Glück. Sämtliche Anträge für die Eröffnung von Lidl-Filialen auf Teneriffa (in Puerto de la Cruz, La Laguna, Granadilla) und auf Gran Canaria (Las Palmas und Agüimes) wurden abgelehnt.



11.05.2006 - Kanarische Inseln - Begründet mit dem Risiko eines massiven Arbeitsplatzverlustes im Einzelhandel wurde unter anderem eine Änderung des regionalen Handelsgesetzes durchgesetzt, die es zuließ, die Lidl-Anträge allesamt abzuweisen. Der Billig-Discounter hatte überdies noch Genehmigungen für weitere acht Filialen beantragt, die bislang noch nicht bearbeitet wurden, allerdings unter der Bezeichnung „Discounter“ kaum Chancen haben dürften. Die Verweigerung der Lizenzen hatte einen Rechtsstreit zwischen Lidl und dem regionalen Handelsministerium zur Folge, der noch nicht ausgefochten ist. Lidl hat auf den Kanaren offensichtlich eine chancenreiche Marktlücke für das Preisdumping entdeckt, doch auf den Inseln wehrt man sich noch vehement gegen die harte Konkurrenz der Billiganbieter.

Mindestens 1.000 Artikel

Nun hat Lidl seine Strategie geändert. Das Unternehmen hat seine Anträge korrigiert und will die Filialen nun als „Supermärkte“ getarnt eröffnen. Um sich vom Discounter-Modell zu unterscheiden, muss die Handelskette allerdings verschiedene Zugeständnisse machen. Zum Beispiel müssen die Geschäfte, die als Supermärkte angemeldet sind, mindestens 1.000 verschiedene Artikel im Angebot führen, es muss Personal für die Kundenbetreuung eingestellt werden (Lidl beschäftigt üblicherweise nur Kassierer), die Ware darf nicht in Kartons oder auf Paletten angeboten und die Tüten nicht berechnet werden.
Mit diesen Einschränkungen umgeht Lidl die Beantragung einer Sonderlizenz als Discounter und hofft, als „normaler Supermarkt“ bald das Angebot auf den Kanarischen Inseln bereichern zu können.
Mittelfristiges Ziel des Discounters ist es, 13 bis 14 Filialen auf den Kanaren zu eröffnen. 300 Millionen Euro will Lidl dafür auf den Inseln investieren. Gleichzeitig würden 600 neue Arbeitsplätze geschaffen.





Leserbriefe zu Artikel Lidl ändert Strategie

26.06.2008 - Petra Lambert, Puerto de La Crus
Frage
Wir Leben in einem demokratischen Land, warum ist es hir auf den Kanaren nicht möglich. Ich warte schon lange ihr in Puerto de La Cuz und hoffe das Lidel bald kommt.

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