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Ausgabe: Nr. 117 vom 25. August - 7. September 2010
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Zum Tode von Hans Breitenströter





03.07.2009 - - Als langjähriger Teneriffa-Urlauber und Leser des Wochenblatts habe ich neulich mit Betroffenheit aus einer privaten Todesanzeige in der Ausgabe vom 20.05.2009 die traurige Nachricht entnommen, dass am 01.05.2009 im Alter von 85 Jahren  Dr. Hans Breitenströter verstorben ist.
Wie kaum ein anderer Zeitgenosse kann Hans Breitenströter  als ein exzellenter Kenner der Insel Teneriffa, ihrer besonderen landschaftlichen Reize und ihrer Artenvielfalt bezeichnet werden. In einem 2-bändigen, bebilderten Wanderführer („Wandern auf Teneriffa“), der im Jahre 1990 im Verlag Busse+Seewald erschienen ist, hat der „Wanderpionier des Nordens von Teneriffa“  seine profunden Kenntnisse von der Insel mit ihren zahlreichen und  wunderschönen Wandermöglichkeiten der Nachwelt hinterlassen.
Hans Breitenströter, geboren 1923 in der ostwestfälischen Stadt Herford, studierte Jura und Sprachen in Heidelberg, Lausanne und Madrid, promovierte 1950 über ausländisches Recht und arbeitete bis zu seinem Ruhestand als Ministerialrat in einem Bundesministerium. Sein Interesse für das Wanderparadies Teneriffa entdeckte er bereits in den 60-er Jahren. Seinen Lebensabend verbrachte er, soweit mir bekannt ist, überwiegend auf Teneriffa in seinem Haus in Santa Ursula.
Nach meiner persönlichen Einschätzung hat Hans Breitenströter auf seine Weise deutlich mehr für den Inseltourismus getan als z.B der viel zitierte Alexander von Humboldt, der sich auf der Durchreise nach Süd-amerika im Jahre 1799 nur einige Tage auf Teneriffa aufhielt. Ich würde es daher begrüßen, wenn sich die Redaktion des Wochenblatts dazu entschließen könnte, in einer der nächsten Ausgaben dem Leben und Schaffen von Hans Breitenströter einen ausführlichen Artikel zu widmen.
Nicht alle Angaben in den wohl nur noch antiquarisch erhältlichen Wanderführern sind heute noch aktuell, aber besonders die einsameren Routen sind nach wie vor gut beschrieben. Weiterer Vorteil: Hans und Helga Breitenströter waren als passionierte PKW-Vermeider fast immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Nach den Steinmännchen, die oftmals für ihn als Wegmarkierung herhalten mussten, wird man heute vergeblich Ausschau halten. Würde Hans Breitenströter seine Wegbeschreibungen heute noch einmal zu Papier bringen, würde er sich vermutlich der modernen Hightech in Form von GPS bedienen und die Wegekoordinaten im Einzelnen in Stunden, Minuten und Sekunden angeben.
Es zeugt m.E. von großer menschlicher Bescheidenheit und gebietet Hochachtung, dass in der Todesanzeige der Familie die beruflichen und privaten Verdienste von Hans Breitenströter mit keiner Silbe angesprochen werden.
Zum Abschluss und zur Abrundung dieses Leserbriefs möchte ich ein Zitat aus dem 2. Teil des Wanderführers „Wandern auf Teneriffa“ anfügen und zwar von dem auf den Seiten 71 ff. beschriebenen, ca. 5-stündigen Aufstieg auf den  3.715 m hohen Gipfel des Pico del Teide, von dem viele Teneriffa-Urlauber leider nur träumen können:
„… Wir sind dann in wenigen Minuten an der Bergstation und beginnen hier den steilen Aufstieg zum Gipfel. Er nimmt etwa ½ Stunde in Anspruch und ist besonders in seinem letzten Teil wegen seiner starken Farbkontraste sehr eindrucksvoll. Wir steigen am rechten oberen Rand des Kraters zum Gipfelkreuz auf und bewundern im Kraterinnern die großartige Farbsymphonie, die sich uns hier bietet: Vom hellen Grün über Weiß, Gelb und Rot ist die ganze Farbskala vertreten. (...) Die Aussicht auf Teneriffa, das sich in seiner ganzen Ausdehnung unter uns ausbreitet, ist umfassend: Unmittelbar unter uns leuchtet die Montaña Blanca mit ihren hellen Farben, darunter die Caldera mit ihrer dunkleren Lava, dahinter alle Berge des Kraterrandes und weiter unten die Südküste. Nach Norden fällt unser Blick in die vielfarbigen Vulkane, die in dem Waldgebiet oberhalb von Icod de los Vinos liegen. (…)“
Teneriffa hat nun mit dem Tod von Hans Breitenströter sicherlich einen ihrer größten Freunde, Kenner und Verehrer verloren. Mit seinen lebhaften Weg- und Landschaftsbeschreibungen hat er aber viele tausend Menschen für Teneriffa interessieren und begeistern können. Dafür verdienen er und seine Familie unseren persönlichen und aufrichtigen Dank !

Dr. jur. Wilfried Eversberg
Hagen/Westfalen






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